16 Oktober 2008

16. Afrika – Symposium in Holice

Kurt Heimann

Auf dem 16. Afrika-Symposium in Holice am 04. Oktober 2008 standen das Leben und die Arbeit der Frauen berühmter Afrikaforscher auf dem Programm (Human- und Tiermediziner, Geologen, Geografen, Reiseschriftstellern u. a.).

Die Ehefrauen zweier bedeutender Persönlichkeiten – Emil Holub (07. 10. 1847 – 21. 02. 1902) und Albert Schweitzer (14. 01. 1875 – 04. 09. 1965) – wurden dabei in den Vordergrund der einzelnen Vorträge gestellt, weil Jahrestage zu begehen waren. Es handelte sich dabei um die Frauen Ruzena Holubova, geb. Hoff (11. 05. 1865 – 28. 09. 1958) und Helene Schweitzer, geb. Bresslau (25. 01. 1879 – 01. 06. 1957).

Anlässlich des 50. Todestages von Frau Ruzena Holubova trafen sich ca. 40 Personen aus vier Ländern im Kulturhaus der Stadt Holice: Tschechien, Slowakei, Österreich und Deutschland, um der aktiven und resoluten Begleiterin ihres Ehemannes Emil Holub zu gedenken.

Emil Holub, in Holice geboren, war Arzt und Afrikaforscher. Zwei ereignis- und erfolgreiche, aber auch beschwerliche Reisen vom Süden bis in den Norden Afrikas führten er und seine Begleiter durch. Die erste Reise dauerte sieben Jahre (1872 – 1879), die zweite Reise, an der seine erst achtzehn Jahre alte Frau Ruzena teilnahm, dauerte vier Jahre (1883 – 1887). Ihre Unterstützung und ihr Einfluss auf die Vorbereitung und Durchführung dieser Reise waren überragend. Holub selbst schreibt in einem seiner Bücher u. a.: „...auch moralisch ließ sie sich durch die harten Schicksalsschläge nicht beugen, im Gegenteil, sie war es, die uns Männer oft wieder durch ein ernstes oder scherzendes Wort aufrichtete.“

Prof. Dr. Armand Duchateau, Wien, und Frau Dr. Milena Secka vom asiatisch–afrikanisch– amerikanischen Museum in Prag hielten jeweils einen Vortrag zu dieser fantastischen Frau.

Ein Teil dieser Symposien war und ist auch weiterhin dem Anliegen der tschechischen und slowakischen Schweitzer–Freunde gewidmet, das Gedankengut Albert Schweitzers zu pflegen und sein Postulat von der Ehrfurcht vor dem Leben weiter zu verbreiten.

Dem Themenkomplex des 16. Afrika–Symposiums entsprechend war es folgerichtig, auch den Anteil Helene Schweitzers am Gelingen der umfangreichen Aufgaben ihres Mannes Albert Schweitzer darzustellen und zu würdigen. Albert Schweitzer wusste den vielfältigen Beitrag seiner Freundin und späteren Frau Helene (beide heirateten am 18. 06. 1912) zu schätzen. Zu ihrem 27. Geburtstag schrieb Schweitzer: „Und lass mich Dir einmal sagen, dass Du für mich eine der reinsten und tiefsten Seelen bist, die je im Körper einer Frau gewohnt haben.“

Mit zwei Beiträgen wurden Helene Schweitzers außergewöhnliche Leistungen für ihren Mann hervorgehoben. Frau Dr. Darina Hartlova, Pribam, sprach über die Tätigkeit Helene Schweitzers und ihrer Rolle im Krankenhaus in Lambarene. Diplomstomatologe E. Wissel(Vorstandsmitglied des Albert-Schweitzer-Komitees e.v. Weimar) gab einen verkürzten Überblick über das entbehrungsreiche und aufopferungsvolle Leben Helene Schweitzers.

Auch im „Nebenprogramm“ wurde vieles über afrikanische Musik, Esskultur u. a. geboten. Uns wurde z. B. vorgestellt, wie die afrikanische Musik mit Hilfe der verschiedenen Trommeln zu therapeutischen Methoden herangezogen werden kann. Ausgestellt wurden auch künstlerische Arbeiten (Zeichnungen, Plastiken), die Kinder nach dem Besuch des Afrikamuseums in Holice angefertigt haben.

Das 17. Symposium ist für das Jahr 2010 in Holice vorgesehen.